Daniel Fatemi
Art Director – Designer – Illustrator
- Verpackungsdesign
Ich bin in Gießen aufgewachsen, in einer persisch-polnischen Familie. Das klingt nach einer Fußnote, ist aber eigentlich der Kern von dem, wie ich denke. Ich habe früh gelernt, dieselbe Situation aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Ein persisches Ich, ein polnisches Ich, ein deutsches Ich, und irgendwo dazwischen das eigene. Diese Fähigkeit, mich in andere hineinzuversetzen und trotzdem ich selbst zu bleiben, ist bis heute das Wichtigste, was ich in meine Arbeit mitnehme.
Angefangen hat alles mit meinem Vater. Er war kein außergewöhnlicher Zeichner, aber er hat gezeichnet. Mit mir, für mich, einfach so. Ich war drei oder vier, und ich wollte das auch können. Seitdem habe ich nie aufgehört.
Mit 17 hatte ich mein erstes Tattoo, 2012. Und sofort diesen Gedanken: Wie wäre es, wenn meine Zeichnungen für immer auf Menschen wären. Das Gefühl hat mich nicht mehr losgelassen. Elf Jahre habe ich tätowiert, immer getrieben von demselben Impuls: noch besser werden, noch individueller, noch weiter.
Lange lief alles parallel. Ich zog 2015 nach Hamburg und tätowierte weiter, studierte nebenbei Kommunikationsdesign und tätowierte auch nach dem Abschluss 2018 noch. Daneben arbeitete ich als Illustrator und Designer. 2019 habe ich mit einem Kollegen meine eigene Agentur gegründet. Zwei Jahre, große Kunden, viel gelernt.
2021 kam der Bruch. Die Agentur, ein Streit, das Aus. Ich habe vieles auf null gesetzt und noch mal von vorne angefangen – und in der Zeit auch das Tätowieren losgelassen. Danach ging es als Art Director weiter, von einer Agentur in die nächste, bis heute – inzwischen als Senior Art Director und Head of Creation. Über 40 Marken habe ich seitdem mitentwickelt und Teams geführt. Und jetzt kommt der nächste Schritt: raus aus der Festanstellung, ganz auf eigene Beine. Heute bin ich froh über jeden dieser Brüche.
Außerhalb der Arbeit bin ich Familienvater, leidenschaftlicher Esser und Koch, Autofan und Anime-Enthusiast. Kreativität ist für mich kein Schalter, den ich anmache, wenn ich arbeite. Sie ist einfach da. James Cameron hat mir gezeigt, was passiert, wenn jemand in seiner Disziplin nichts auslässt und sich nie mit dem Erreichten zufriedengibt. Das ist eine Haltung, die ich verstehe.
Wer mich kennt, sagt: Ich rede viel, meine es ehrlich und lasse niemanden fallen.