ohne Titel
Hommage an den Künstler Vincent van Gogh
Imagination als Blick nach Innen:
Eine besondere aber auch spannende Herausforderung war für mich die Darstellung innerer Spannungen in den kritischen Fasen seines Lebens. Der Ausdruck von Wut, Einsamkeit und Verzweifelung im Kontext seiner wirren Gedanken und Vorstellungen, galt es ins Bild zu setzen. In der collagenartigen Überlagerung von Bildsegmenten soll die Vorstellungsebene, seine Zerrissenheit zwischen Wut und Verzweiflung als Darstellung von Gedankenfetzen sichtbar werden.
Aus der Dunkelheit der überlagerten Schwarzschraffuren mochte ich seine traumatischen Wahnvorstellungen illustrieren und dabei das Chaos in seiner Gedankenwelt als Zusammentreffen von Unvereinbarkeiten darstellen. Parallel zu seiner Symbolsprache soll durch geeignete grafische Mittel eine Transformation der Ausdrucksmittel der Malerei in die visuelle Sprache der Grafik erreicht werden. Dabei kann der Komplementärkontrast als Ausdruck von Spannung in einen Hell- Dunkel-Kontrast im Sinne von Gut und Böse, oder Hoffnung und Verzweiflung verwandelt bzw. interpretiert werden. Gleichzeitig sah ich im Wechsel der Visualisierung von der Realität zur Surrealität eine Befreiung von Darstellungskonventionen. Im Wechsel vom Abbild zum Vorstellungsbild gewährt sie mir die Freiheit der persönlichen Interpretation und Gestaltung. So verlieren Proportionen, Dimensionen an Realitätsnähe, und werden von der Raumperspektive zur Bedeutungsperspektive. Größe ist nicht mehr Raummerkmal sondern wird zum Sinnbild von Bedeutsamkeit, Mächtigkeit in der Rangordnung der Gedanken. Die Bedeutungsperspektive eröffnet viele Möglichkeiten der Interpretation von grafischen bzw. darstellerische Mitteln, da führt Dunkelheit in die Abgründe unserer Seele, und Licht wird zum Sinnbild der Hoffnung, mal negativ mit weißen Linien auf schwarzem Grund oder positiv mit schwarzen Linien auf weißem Grund.