Versal-ß nun offiziell genormt

Versal-ß auf dem Titelblatt des Heftes Signa Nr. 9
Versal-ß auf dem Titelblatt des Heftes Signa Nr. 9

Das „große ß“ hat nun Einzug in die internationale Norm erhalten und könnte im Einzelfall eine Gestaltungsoption für Typografen und Designer werden.

Das ß als Großbuchstabe ist von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) als internationale Norm veröffentlicht worden. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hatte sich seit 2007 für die Aufnahme eines „großen ß“ in die internationalen Standards stark gemacht.

So ist das Versal-ß bereits seit 4. April Bestandteil des internationalen Zeichensatzes Unicode 5.1 – hier hat es den Kode „U+1E9E“ für einen „Lateinischen Großbuchstaben Scharfes S“ erhalten. Am 23. Juni hat das Versal-ß nun auch Einzug in die Norm ISO/IEC 10646 erhalten und ist damit gültig.

Die Notwendigkeit eines Versal-ß ist weiterhin umstritten. Insbesondere die vorliegenden Umsetzungen als Ligatur zweier Gemeinen – Schaft-s (ſ) und z (ʒ) – scheinen im Versalkontext recht befremdlich. Das Versal-ß wird allerdings nicht Bestandteil der offiziellen deutschen Rechtschreibung – hier gilt weiterhin, dass im Versal- und Kapitälchensatz ein Doppel-S verwendet wird. Das Versal-ß könnte im Einzelfall jedoch durchaus eine Gestaltungsoption für Typografen und Designer werden.

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