Stundensatz für Projektarbeit beim Aufftraggeber

8 Beiträge:
Jennifer Moos

Moos, Jennifer

#1

Hallo 😀 Ich habe mich im April nebenberuflich selbständig gemacht, arbeite derzeit noch in Vollzeit, wechsel aber zum 1.10. den Arbeitgeber und beginne eine Teilzeitstelle. Mein aktueller Arbeitgeber möchte mich ab Oktober 1 x die Woche als Freelancer buchen, um bei ihm im Unternehmen Projekte und die Ausbildung der Azubine zu betreuen. Er hatte mich nun nach meinem Stundensatz gefragt. Dieser liegt bei 75 Euro rein netto. Den Satz hab ich so kalkuliert, dass ich ihn auch als hauptberuflich Selbständige erstmal weiter nutzen kann. Meinem Chef sind die 75 Euro nun zu viel. Ich würde gerne eure Einschätzung hören, ob es falsch ist, den gleichen Stundensatz zu verlangen, den ich Kunden anbiete, die mich beauftragen und keine Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Letzten Endes falle ich für einen ganzen Tag aus und hätte ja auch keine Zeit an dem Tag andere Aufträge abzuarbeiten, die vielleicht mehr bringen würden.

Achso, vielleicht noch zur Info: Ich bin gelernte Mediengestalterin Digital/Print mit FR Konzeption und Visualisierung und geprüfte Medienfachwirtin Print. Ich arbeite inkl. Ausbildungszeit seit 9 Jahren im Werbebereich. 5 Jahre davon in einer Werbeagentur und 4 Jahre als Marketingassistenz/Leiterin in der Marketingabteilung meines derzeitigen Chefs. Ich denke, dass mein Stundensatz gerechtfertigt ist. Aber bin über die Reaktion dennoch am Nachdenken.

Freue mich auf euer Feedback.

Martin Hoffmann

Hoffmann, Martin

#2

Dein Stundensatz ist absolut gerechtfertigt nach 6−7 Jahren Praxis, lasse dich da bitte nicht weiter als unter 65 – 70 Euro runterhandeln. Dein dann ab Oktober Ex-arbeitgeber ist dann ein normaler Auftraggeber wie jede andere Firma/Agentur o. Verlag auch, der/die dich bucht. Deine Sozialabgaben / Urlaubstage, etc. trägst ja du alleine (evtl. Mit der Ksk) und nicht mehr der Ex-Arbeitgeber. Diesen Stundensatz musst du auch mindestens verlangen, um unterm Strich nach Abzug aller Fixkosten, Werbungskosten, Sozialabgaben, Rente, Krankheits- u. Urlaubstage etc.mindestens auf ein Monats-Gehalt eines Angestellten in gleicher Position zu kommen. Dein Stundensatz muss konsequent für jeden Auftraggeber gelten. Es gibt auch Fachbücher, Ratgeber u. Interessenverbände (Sehr ratsam) die zum Thema eigenen Stundensatz berechnen, Kalkulation u. Nutzungsrechte informieren.

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Jennifer Moos

Moos, Jennifer

#3

Hallo Martin, lieben Dank für dein Feedback und die Buchempfehlung. Ich hoffe, dass ich meinen Satz durchgesetzt bekomme. Bisher ist es doch etwas niederschmetternd, nach Angebotsstellung zu hören, man sei zu teuer. Aber vielleicht habe ich auch noch nicht die richtigen Kunden erwischt.

| Antwort auf Hoffmann, Martin
Martin Hoffmann

Hoffmann, Martin

#4

…das liegt leider auch daran, dass sich viele Freelancer für Stundensätze von bis zu 15 o. 20 Euro anbieten, was natürlich unsere Preise sowie die Wertschätzung von uns Kreativen langfristig kaputt macht. Viele Auftraggeber können anscheinend auch einfach nicht verstehen u. mitrechnen, wie man kostendeckend kalkuliert, ganz zu schweigen von anfallenden Nutzungsrechten…habe hier auf dieser Plattform schon unglaubliche Diskussionen geführt. Selbst als Anfänger oder Studierender sollte man in etwa in dieser
Stundensatzhöhe beginnen, denn nachträgliche Anhebungen des Stundensatz stösst verständlicherweise auf Unvedständnis des Kunden.

| Antwort auf Moos, Jennifer
Jennifer Moos

Moos, Jennifer

#5

Ja das stimmt. Wertschätzung zu bekommen ist ja sowieso schon schwierig. Es kann kaum einer nachvollziehen, wie aufwendig Grafik- und Textarbeiten sein können. Viel zu oft setzen sich die Leute eben auch selbst an ihre Werbung. Ja, ich habe mir auch gesagt, ich kalkuliere schon mit den Circa-Kosten, die ich als hauptberuflich Selbständige hätte, um nachher meinen Stundensatz nicht plötzlich erhöhen zu müssen und dadurch möglicherweise Kunden zu vergraulen.

| Antwort auf Hoffmann, Martin
Freier Texter

Texter, Freier

#6

Ich würde da schon einen Unterschied machen zwischen fester Stundenabnahme und Projektstundensätzen. Während Du bei Projekten einen erheblichen Teil nicht abrechenbaren Aufwands hast (Akquisition, erste Gespräche), kannst Du als feste Freie alle Stunden abrechnen. Realistisch kalkuliert, hast Du von 55 festgebucht genau so viel wie 75 im Projekt. (Ist natürlich anders, wenn Du dich vor Aufträgen nicht retten kannst; aber dann würdest Du ja gar kein Festfreies Verhältnis eingehen.)

| Antwort auf Moos, Jennifer
Martin Hoffmann

Hoffmann, Martin

#7

…keine Ahnung wie das im Textbereich gehandelt wird…aber generell sehe ich das etwas anders…ich arbeite fest-frei mit Vertrag ebenso wie für freie Projekte mit einem konsequenten Stundensatz von 75 Euro. Die Höhe des eigenen Stundensatzes setzt sich aus sehr vielen Faktoren zusammen, auch unter der Berücksichtigung, dass eben nicht anrechenbare Zeit wie Aquise, Büroorganisation, Recherche und anfallende Besprechungs -und Reisezeiten im die Höhe des Stundensatz einkalkuliert werden müssen.
Wird übrigens auch in Ratgeberbüchern sowie von der Allianz deutscher Designer so empfohlen.

| Antwort auf Moos, Jennifer
Jennifer Moos

Moos, Jennifer

#8

Ich werde jetzt erstmal schauen, wie sich mein Arbeitgeber entscheidet. Meinen Satz kennt er ja jetzt. Entweder er nimmt ihn an oder macht ein faires Gegenangebot. Danke nochmal für euer Feedback.

| Antwort auf Moos, Jennifer
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