Freiberufler oder Gewebeanmeldung als Assistent?
Petefrompaekakariki
Hallo alle zusammen!
Nach einem insgesamt zweijährigem Aufenthalt in Neuseeland möchte ich in Deutschland als Fotografen-Assistent in den Bereichen Advertising, Travel, Fashion, Editorial, Food und People arbeiten. Derzeit prüfe ich die Möglichkeiten einer Selbstständigkeit und stehe vor der Entscheidung ein Gewerbe anzumelden, was ja bekanntlich einen ganzen Rattenschwanz an Verpflichtungen, wie z.B. Handwerkskammerbeitrag und Gewerbesteuer mit sich bringt. Sollte meine Selbstständigkeit dann hoffentlich irgendwann finanziell erfolgreich sein, kommt auch noch die doppelte Buchführung hinzu.
Ist es denn in diesem Berufszweig in Deutschland eher üblich sich als Werbefotograf oder Fotodesigner und Publizist selbständig zu machen und somit Versicherungspflichtig für die KSK zu werden und beim Finanzamt eine Anerkennung als Freiberufler zu beantragen?
Ich habe im BFF Handbuch Basiswissen gelesen dass eine fotografische Porträtierung einer Person bereits eine handwerkliche Tätigkeit ist und damit als Gewerbe einzustufen ist.
Die ganze Bürokratie und Theorie schockt und frustriert ein wenig und jetzt hoffe ich umsomehr einige nützliche Tipps von euch aus der Praxis zu bekommen!
Besten Dank im Voraus und viele Grüsse aus dem sonnigen Baden,
Pete
Hallo,
da kannst Du hundert Leute fragen und wirst hundert antworten bekommen. So wie ich das sehe ist der Beruf des Fotografen per Gesetz kein freier Beruf. Fakt ist aber das es viele als solches erfolgreich angemeldet haben. Fakt ist aber auch das viele immer wieder Schwierigkeiten damit haben.
Ich würde mir aber allgemein nicht so einen Stress darum machen. Natürlich ist der „Rattenschwanz“ so eine Sache. Andererseits wenn Du das nicht hinbekommst ist ein selbsständiges arbeiten vieleicht auch nicht das richtige für Dich. Man sollte sich vor einer Existenzgründung wirklich gut vorbereiten. Ich habe so viele untergehen sehen, bei denen es nur am organisatorischen lag.
Ich empfehle den Fachkaufmann Kurs der HWK zu machen. Der ist eine wirkliche gute Vorbereitung. Außerdem sollte man bereits selbständige mit Fragen Löchern. Denn die haben die Praxis Tips.
Auch wenn man sich oft ärgert das man selbst alles korrekt macht und die anderen einfach drauflos arbeiten. Aber die meisten siehst du nach ein paar Jahren auch wieder verschwinden.
Viele Institutionen (zb Finanzamt) lassen einen erst mal machen und der Schock kommt dann nacher.
Also wie gesagt eine gute Vorbereitung ist alles, völlig egal ob freier oder gewerblicher Fotograf.
Viel Erfolg
Gruß
Kristian
hi pete,
ich stand vor einigen monaten auch vor dem problem, hab mich auch als assi selbstständig gemacht.
da mir auch keiner wirklich weiter helfen konnte, hab mich mich jetzt einfach als freiberuflich gemeldet. mein fotograf bei dem ich bin meinte, dass dass er glaubt dass das die meisten assis so machen.
das problem beim gewerbe ist, dass du da schwer wieder raus kommst wenn du mal eines angemeldet hast. d.h. wenn du doch irgendwann den künstlerstatus haben willst, dann wird’s schwer.
ich bin zwar freiberuflich, habe aber den künstlerstatus nicht, was heißt, dass ich auch nicht in der ksk bin. freiberuflicher fotodesigner zu sein verpflichtet dich nicht automatisch zur ksk, es gibt dir nur die möglichkeit.
was für mich wichtig ist, das ist, dass ich in meine rechnungen nur rein schreibe: „für meine freie mitarbeit berechne ich. “. nicht “ für meine fotoassistenz. “ das wäre schon fast eine formulierung die mich dazu verpflichten könnte das ganze gewerblich anzumelden.
also, ganz schlau bin ich auch nicht, ich hab mir jetzt einfach so nen weg durchgewurschtelt, der bis jetzt zumindest noch einwandfrei funktioniert. zumindest wollte bisher noch keiner was von mir 😉 und falls doch mal jemand kommt, ist’s ja eigntlich auch egal, weil, was soll schon passieren. gewerbesteuer nachzahlen muss man eh erst ab einem reinen einkommen von ca. 24000 (glaub ich). und da lieg ich grad def. eh noch drunter... also, probier’s einfach aus!
noch als kleiner tip: ne steuerliche unterstützung schadet auf keinen fall, musst nämlich schon ein bisschen buchhaltung machen, aber das ist ein klacks.
soweit, hoffe ich konnte ein bisschen helfen...
gruß hannah
Meinst du die Umsatzsteuer? Ich hab bisher nur neben meinem Bürojob freiberuflich gearbeitet und war damit Kleinunternehmer. Ich glaub das geht bis zu einem Einkommen von 17000, aber sicher bin ich mir nicht (man kann das nach der Anmeldung auch 2 Jahre lang nicht ändern, wurde mir gesagt). Wenn man drüber ist, muß man Umsatzsteuer berechnen. Lass dich am besten mal beim Finanzamt beraten, wenn du Glück hast, erklären die dir das.
Ich finde das Thema übrigens sehr interessant, weil ich in die selbe Richtung gehen möchte.
Das Arbeitsamt bietet auch Kurse in der Richtung an.
Petefrompaekakariki
Vielen lieben Dank für Eure Beiträge!
In der Zwischenzeit habe ich eine sehr kompetente (kostenpflichtige) Beratung des mediafons von ver.di in Anspruch genommen und die pdf „Parcours„der Hochschule für Gestaltung aus Offenbach am Main heruntergeladen. Die Menge der Infos würden dieses Forum sprengen, kann aber beide Medien wärmstens empfehlen 😀 Eine für mich passende Entscheidung treffen konnte ich schließlich nach einigen zusätzlichen, persönlichen Gesprächen mit Leuten aus der Praxis.
Wünsche Euch bei Euren Überlegungen viel Glück und viel Spass beim assistieren!
Cheers,
Pete