Honorare Werbeagenturen?

15 Beiträge:
Sonja Heller

Heller, Sonja

#1

Hallo Forum,
ich habe eine Frage zum Thema Honorare und hoffe, das mir hier jemand etwas dazu sagen kann.
Da ich bislang nur für Verlage illustriert habe weiß ich nicht, wie ich das Angebot für eine Werbeagentur berechnen soll. Verlage zahlen ja sehr viel weniger.
Ich habe aber jetzt eine Anfrage von einer Agentur vorliegen, die für einen Kunden rund 40 Illustrationen benötigen. Es geht dabei um Bedienungsanleitungen. Der Kunde wünscht alleiniges Nutzungsrecht.

Ich habe keine Ahnung, wie Agentur-Konditionen sind. Von Werbe-Illustratoren hörte ich, dass sie zu 500% höher bezahlt werden, als Verlagsillustratoren. Oft bekommt man dort nur Pauschalen, die für jede Illu gleich sind. Sie können durchaus bei nur 25 Euro für eine Illu liegen (wobei die Nutzung im Verlagswesen anders abgegolten wird, nach Zweitverwertung, und in den 25 selbstverständlich nicht enthalten ist). Demnach müsste ich 125 Euro für die Einzellillu verlangen?

Ein Tipp würde mir schon helfen!

Besten Dank,
Cer

#2

Hallo.

Ich finde es immer wieder seltsam und belustigend, dass Menschen nachfragen, wie teuer etwas sein darf. Wo steckt da der Sinn?

Glaubst du wirklich, man kann dir eine Universallösung bieten? Nein, das geht nicht. Unabhängig wieviel Agenturen zahlen oder nicht. Was wäre, wenn ich dir sagen würde, dass Agenturen nur 1/3 von Verlagen zahlen. Richtest du danach dein Angebot und meldest übermorgen Insolvenz an?

Nein, ich frage mich echt, wie manche Leute (über) leben wollen. Einziger Tip, den man geben kann. Errechne deine Kosten für den Lebensunterhalt, prüfe deine Fähigkeiten und schaue, wie lang du für die Illus brauchst. Galuabst du wirklich es gibt hier jemanden, der einfach mal ins Blaue einen Kostenpunkt nennen kann?

Gruß

| Antwort auf Heller, Sonja
Sonja Heller

Heller, Sonja

#3

Hallo Flofe,

super Kommunikationsstil, den du da pflegst. „Glaubst du wirklich...“ „Denkst du wirklich...“ „Ich kann nicht verstehen...“

Weißt du was? Brauchst du auch nicht.

Ich bin auf jeden Fall ein Unterstützer von Vernetzungen in denen auch Hilfestellung geleistet wird und helfe, wenn’s geht. Man kann nicht alles wissen (so wie du), unsere (?) Branche ist ein weites Feld und kein Klempnerbetrieb. Und Universallösungen gibt es nicht? Ach was? Hab ich noch gar nicht mitbekommen...
Ich hab keinen Bock mehr auf Foren-Teilnehmer wie dich, die nur negativ rumpupsen und andere versuchen abzukanzeln. Geh spielen. Und lass mich in Ruhe.

Eno

PS: Ich feu mich natürlich weiter über Hinweise von Profis aus der Werbebranche.

Thies Tobias

Tobias, Thies

#4

Hallo Ceresede,

schau mal auf www.comic-i.com
dort gibt es einen günstigen Ratgeber „Honorare,Verträge,Urheberrecht“,
der hat mir auf jedenfall weitergeholfen.
Dort sind ein paar Richtlinien enthalten.

Viel Erfolg und beste Grüße

Tobias Thies

| Antwort auf Heller, Sonja
Sonja Heller

Heller, Sonja

#5

Hallo Tobias,

vielen Dank für den Tipp, ich war direkt dort und habe mir den Ratgeber ansehen.
Zum Inhalt gehört auch der Punkt “ 2.2 Erfahrungswerte und Berechnungsbeispiele aus dem Bereich werblicher bzw. verlagsunabhängiger Designleistungen“, das ist vermutlich genau das, was ich suche.

Vielen Dank!

Beste Grüße,
Cer

| Antwort auf Tobias, Thies

#6

Hallöchen.

Dein Netzwerkgedanke kommt eben sehr glaubhaft rüber.
Vielleicht hättest du kurz meinen zweiten Absatz durchlesen sollen. Dort stand ein kleiner aber feiner Tip. Schön aber, dass du einen Preis-Katalog gefunden hast. Ich wünsche Dir viel Erfolg beim anstehenend Projekt.

| Antwort auf Heller, Sonja
Sonja Heller

Heller, Sonja

#7

Hab ich, hab ich.
Könnte nun sagen: hätetst du meinen Text aufmerksam gelesen wüßtest du, dass ich ich kein Neuling bin, sondern „nur“ seit Jahren in einer anderen als der Werbebranche illustriere.
Selbstverständlich kann ich da blind kalkulieren. Aber es ist ja nun echt kein Geheimnis, dass in der Werbung total andere Preise vorherrschen und auch die Nutzung etwas anders berechnet wird. Und da beginnt mein Problem. Was ich nämlich ausrechne (nach AGD, BDG und anderen Quellen) muss mir als Verlagsillustratoren einfach horrend hoch erscheinen, du möglicherweise fändest meine Kalkulation total normal. Andersherum: müsstest du für einen Verlagsjob kalkulieren, würdest wahrscheinlich auch Schwierigkeiten haben! Stundensatz? Vergiss es! Nutzung? Nicht so, wie du es vielleicht kennst! Die Kalkulation? Für die Katz! Witzig ist, dass es Immer wenn Illustratoren aus Verlag und Werbung aufeinander treffen, es zu solchen Situationen kommt. Beide können nicht glauben, was in den Branchen läuft.
Trotzdem sind es Realitäten.
Und statt man sich hilft, wird rumgehackt.

Na, egal.

Cer

wir-gestalten.de

#8

Hallo Freunde der leichten Unterhaltung,
ich würde Euch ja mal raten Eure Gemüter ein wenig zu beruhigen.

Letztlich geht es ja nur um ’nen Job und ein wenig Geld. Mal davon abgesehen sind Illus für Bedienungsanleitungen auch nicht wirklich das Prickelndste im Leben, was man sich so vorstellen kann 😉

So und nun mein Statement zu der Angelegenheit als Solche. Cer => 40 Illus sind letztlich doch ein ordentliches Pensum, dass es zu stemmen gilt. Von dem Korrekturlauf pro Illu mal abgesehen. Ferner wird jede Illu dann von der Agentur in unterschiedlichsten Sprachadaptionen weiterhin verbraten. In so fern kann man dafür schon ordentlich Geld nehmen. Immerhin muss die Illu extrem reduziert, sachlich und für Super-Spongs verständlich sein und das allein ist eine Kunst für Sich.

Ich würde Dir ja, wie bereits Dein Freund und Kupferstecher „flofe“, raten einen Kassensturz zu machen. Kalkulier mal so ganz grob wie lange Du für das Projekt brauchst, schlage dann noch großzügig das Zeitpensum für die kommenden Korrekturen auf und schau zu dass Du am Ende dann auch noch finanziell sauber aus der Sache raus kommst.

Ach ja, wenn Du schon dabei bist ein Angebot zu schreiben, dann würde ich die Anzahl der Korrekturläufe klar definieren. Damit stellst Du sicher, nicht auf Grund von aber „gugillionen“ Korrekturläufen, Ader lassen zu müssen…

Ich wünsche Euch Beiden ein entspanntes und chilliges WE, Euer M. Schneider.

| Antwort auf Heller, Sonja
Sonja Heller

Heller, Sonja

#9

Hallo M. Schneider,

Danke für deine Post. Sorry, normalerweise geh ich nicht so schnell in die Luft. Aber wie in Foren manchmal... oft würde es reichen, ne Frage zu stellen, zwecks Sachlagenklärung, aber häufig kann man latente Aggression beobachten, mir hat’s da halt gereicht. Wer genervt ist, eine Frage zum 500sten Mal zu lesen, soll halt den Mund halten.

Also, Sprachadaptionen wird es nicht geben. Der Kunde ist ein Verband. Und ansonsten ist Kalkulation ist nicht das Problem, sondern eher die im Werbejob ganz anders behandelten Nutzungsrechte. Ich bin mir einfach über diese Summen unsicher, die AGD, BDG-Guides usw. mir da ausspucken. Zumal ich anfangs meiner Verlagskarriere zwei schöne Jobs eingebüßt habe, weil ich so dumm war das Angebot nach AGD zu erstellen, das läuft im Verlagswesen nicht. Nutzungsvergütung wird da über Tantiemen abgegolten und ist dabei lange nicht so hoch, wie in der Werbebranche. Also, meine Kalkulation ergibt rund 4500 Euro (inkl. Entwurf, Nutzung, Projektpauschale, eine Korrekturphase und Materialkosten) für die 40 Stück, haha, da würde ich im Verlagswesen ein ganzes Buch mit ca. 150 Abbildungen für illustrieren. (Jetzt schmeißt nicht gleich wieder mit Lehm, ich hab das System nicht gemacht)

Na, ok, vielleicht ist das hier einfach die falsche Plattform für mein Problem.

Cer

Ich würde Dir ja, wie bereits Dein Freund und Kupferstecher „flofe“, raten einen Kassensturz zu machen. Kalkulier mal so ganz grob wie lange Du für das Projekt brauchst, schlage dann noch großzügig das Zeitpensum für die kommenden Korrekturen auf und schau zu dass Du am Ende dann auch noch finanziell sauber aus der Sache raus kommst.

Ach ja, wenn Du schon dabei bist ein Angebot zu schreiben, dann würde ich die Anzahl der Korrekturläufe klar definieren. Damit stellst Du sicher, nicht auf Grund von aber „gugillionen“ Korrekturläufen, Ader lassen zu müssen...

Ich wünsche Euch Beiden ein entspanntes und chilliges WE, Euer M. Schneider.

| Antwort auf wir-gestalten.de

#10

Für 4500,00 Euro würdest du ein ganzes Buch mit 150 Illus machen? Ich bin zwar erst relativ kurz dabei, aberdas ist doch hoffentlich stark untertrieben! Das macht schon allein für jede Illu NUR 30 Euro... Seitenlayout usw?

Sind die Unterschiede zwischen Verlag und Agentur so groß? Andererseits weiß ich natürlich nicht wie das mit den Nutzungsgebühren ist.

Über Aufklärung wüde ich mich freuen, da ich auch immer häufiger in die Situation komme, Angebote erstellen zu müssen und dabei immer vor einm großen Fragezeichen stehen!

Viele Grüße

Dajana

| Antwort auf Heller, Sonja
Sonja Heller

Heller, Sonja

#11

Hallo Dajana,

also, „Illustration“ meint nur die reine Illu. Wieso Seitenlayout? Das ist doch der Grafikerjob.

Tatsächlich ist es so, wie du schon sagst: häufig bekommt man Stückpreise, die preislich variieren, angeboten. Handeln ist sehr schwer, die Konkurrenz ist riesig, nur wenige etablieren sich so, dass sie Forderungen stellen können. Und die Verträge sind auch extrem unterschiedlich. Sie dienen dazu, quasi die Nutzungshonorierung festzulegen, und zwar wird das mit Nachforderungsrchten geregelt. D.h., dass bei einer erneuten Auflage (was immer sehr, sehr fraglich ist) noch mal ein bestimmter Prozentsatz an Zweithonorar gezahlt wird. Das muss man aushandeln. Angenommen, man hat ursprünglich ein Honorar von diesen 4500 Euro bekommen und hat im Vertrag eine Zweithonorarvergütung von 50%, bekommt man bei der nächsten Auflage 2250 Euro. Im KInderbuchbereich ist das zu 95% Träumerei. Nur Bücher wie Harry P. kommen in zweite, dritte. Runden. Die meisten werden mit 3000 Stück aufgelegt und das war’s dann. Das Problem der VErlage ist ein ganz simples: Für ein Buch geht der VErlag in eine megamäßige, finanzielle Vorleistung, weil alle, wirklich alle vorher bezahlt werden: der Autor, Lektor, Illustrator, Fotograf, Setzer, Drucker, Papierlieferant undundund. Was das Buch aber dann abwirft, wie viel verkauft wird, das weiß keiner. Die meisten Bücher sind reine Prestigeprodukte und Sortimentfüller, nur mit ganz wenigen Bestsellern wir das Geld verdient. Und so ergeben sich die schlechten Honorare, denn anders als in der Werbung stecken keine zahlungskräftigen Wirtschaftunternehmen dahinter (zB wenn Rama ne neue Deckelillustration will), sondern bloss die Leute, die in der Buchhandlung kaufen.

Wer Buchillu oder- grafik macht, ist definitiv ein Bücherfreak und Irrer.:- (

So, ich glaube, jetzt ist das Thema wohl zur Genüge erläutert.
Ihr seit alle schlauer, nur ich leider nicht.

Ahoi und schönes WE,
Cer

Sonja Heller

Heller, Sonja

#13

Hallo Catgirl,

vielen Dank!
Die IO kenne ich, als es das offene Forum auch noch für Nichtmitglieder gab, war man da mit solchen Fragen an der richtigen Stelle. Leider geht das ja nicht mehr. An der IO an sich bin ich aber noch immer interessiert. Was macht die IO so für ihre MItglieder? Was lohnt daran (außer dem Forum)? Vertritt sie euch zb auf den Buchmessen?
Ich würde mich über ein paar Infos speziell zum Thema IO freuen!
Danke und beste Grüße von
Cer

| Antwort auf Bianka Pilzweger

Bianka Pilzweger

#14

Ja, die I.O. ist auf allen Buchmessen vertreten. Es wird jedes Jahr
eine Postkartenaktion gestartet an der jeder Illustrator teilnehmen darf. Die I.O. gibt mir Rückhalt durch Informationen zu Rechten,
Honoraren...So ähnlich wie eine Gewerkschaft. Im Forum bekommt man
auch gute Ratschläge es gibt Mitgliedertreffen, in einigen Gr0ßstädten. Wir sind nun über 300 Mitglieder.

Frag doch mal auf der Homepage ob sie Dir Infomaterial schicken, machen Sie bestimmt gerne!

| Antwort auf Heller, Sonja
Sonja Heller

Heller, Sonja

#15

Das klingt gut! Danke für deine Einschätzung, so etwas hilft bei der Entscheidung. Ich war mal im AGD, aber da habe ich mich nicht gut aufgehoben gefühlt, deswegen sind so Tipps wirklich klasse.
Vielleicht „sehen“ wir uns ja in der IO wieder 😀

Grüße von
Cer

| Antwort auf Bianka Pilzweger
Bitte logge dich ein, um einen einen Forenbeitrag zu verfassen.

Einloggen mit deinem Konto bei…


…oder OpenID: