Leica SL

Leicas spiegellose Zukunft

Mit dem SL-System startet Leica endgültig in die Post-Spiegelreflex-Ära. Die „Leica SL Typ 601“ mit Vollformatsensor und hochauflösendem Sucher richtet sich an Profis und beantwortet die Frage, was bei Leica nach dem „R“ kommt.

Mit der Leica SL steigt Leica in ein neues spiegelloses Kamerasystem ein. Rund sechseinhalb Jahre nach der Einstellung des R-Systems bietet sich jetzt ein Nachfolger im Kleinbild-Profisegment an – nun ohne Spiegel und mit Autofokus. Die Botschaft ist so klar, dass sie Käufer der Mittelformat-Spiegelreflex Leica S aufhorchen lassen dürfte: Mit „Rekordwerten in allen Bereichen“ entziehe die Leica SL „all jenen Argumenten die Basis, die bislang für ein Festhalten an der alten Spiegelreflex-Technologie sprachen“, so Leica auf seiner Website. Das Modell liefere „gleich mehrere Belege dafür, dass die spiegellose Vollformatkamera die Technologie der Zukunft ist“.

In dem in Deutschland hergestellten Aluminiumgehäuse der „Leica SL Typ 601“ stecken ein 24-Megapixel-CMOS-Vollformatsensor (24 × 36 mm) und ein hochauflösender, elektronischer Sucher. Das „L-Bajonett“ ist trotz abweichendem Sensorformat weitestgehend mit dem T-Anschluss identisch, den Leica letztes Jahr mit der T-Reihe eingeführt hat.

Autofokus und Prozessor

Der Prozessor schafft es nach Herstellerangaben, bis zu elf Bilder pro Sekunde in voller Auflösung oder Cine4K-Video mit 24 Bildern pro Sekunde aufzunehmen. Der Autofokus verlässt sich ausschließlich auf das Kontrast-Verfahren und muss daher seine Schnelligkeit im Vergleich zur Hybrid-Konkurrenz erst noch unter Beweis stellen. Die Empfindlichkeit reicht bis ISO 50.000, der Schlitzverschluss lässt sich von einer 1/8000 Sekunde bis hin zu 30 Minuten einstellen.

Bild im Griff

Die Leica SL besitzt einen – „EyeRes“ getauften – elektronischen Sucher mit einer beeindruckenden Auflösung von 4,4 Millionen Pixeln. Besonders bei schlechten Lichtbedingungen soll er optischen Suchern überlegen sein, da sich sein Bild elektronisch aufhellen lässt. Außerdem gibt es einen (unbeweglichen) Touchscreen-Monitor mit 75 Millimetern Diagonale an der Gehäuse-Rückseite, mit dem sich auch der Fokuspunkt setzen lässt, und ein kleines Schwarzweiß-Display auf der Oberseite, das die wichtigsten Belichtungsparameter anzeigt.

Anschluss erwünscht

Was die Anbindung an die „Außenwelt“ angeht, lässt die SL kaum Wünsche offen: von GPS zum Schreiben der Position in die EXIF-Daten über WLAN zur Steuerung via App bis zur USB-3.0-Steuerung via Studio-Laptop (Tethering) ist alles dabei. Für Speicherkarten gibt es zwei Schächte, einen mit UHS II und einer Schreibgeschwindigkeit von 100 MB/s und einen mit UHS I und einer Geschwindigkeit von 30 MB/s. Fotos werden wie bei Leica üblich als DNG und/oder JPEG gespeichert.

3 (oder 136) Optiken

Mit dem Gehäuse kommt das Standardzoom Vario-Elmarit-SL ƒ2,8—4/24—90 mm ASPH auf den Markt, das Telezoom APO-Vario-Elmarit-SL ƒ2,8—4/90—280 mm und die lichtstarke Festbrennweite Summilux-SL ƒ1,4/50 mm ASPH sollen im nächsten Jahr folgen. Darüber hinaus passen T-Optiken und – über entsprechende Adapter – praktisch Leicas gesamte Objektivpalette: Leica S, Leica R (Adapter ab Herbst 2016) und Leica M (über den bereits erhältlichen T-Adapter). Alles in allem zählt Leica 136 Objektive, die sich an die SL adaptieren lassen.

Ab November

Die Leica SL soll ab 16. November 2015 zu einem Preis von 6.900 Euro erhältlich sein. Beispielaufnahmen, Katalog, technische Daten und Bedienungsanleitungen lassen sich schon jetzt bei Leica herunterladen.

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