Olympia: Klebebänder gegen Nicht-Sponsoren

Verdecktes Warenzeichen
Verdecktes Warenzeichen

Markenbeschriftungen auf Gegenständen und sogar Gebäuden, die nicht zu den offiziellen Sponsoren der Olympischen Spiele zählen, verschwinden in Peking unter Klebebändern. Diese werden ständig kontrolliert und gegebenenfalls ersetzt.

Um den offiziellen Sponsoren der Olympischen Spiele eine exklusive Bühne bieten zu können, verdecken in Peking zur Zeit tausende Klebestreifen die Herstellerlogos von Fahrstühlen, Lichtschaltern, Seifenspendern oder Urinalen in Medienzentren, Stadiontoiletten oder Schlafräumen. Sogar das Logo am Dach des „InterContinental Beijing Beichen Hotel“, das an das Hauptmedienzentrum angeschlossen ist, wird von einer Plane bedeckt, da die InterContinental-Hotelgruppe kein offizieller Sponsor der Spiele ist, berichtet das Wall Street Journal. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) bezeichnet die Maßnahmen als übereinstimmend mit den Sponsorenschutz-Regelungen. In welchem Ausmaß diese umgesetzt werden, ist weitgehend der Gastgeberstadt überlassen.

Bizarre Formen

In Peking nimmt die strenge Auslegung der Regelungen bisweilen „bizarre Formen“ an, wie Toshihiko Shibuya, ein Sprecher des Sponsor-Unternehmens Matsushita, meint. Zum Teil werden sogar die Namen bestimmter Sponsorenprodukte überklebt, wenn es in der Produktkategorie einen anderen Sponsor gibt. „Im Athletendorf werden sogar Panasonic-Logos auf Kühlschränken oder Waschmaschinen überklebt, weil der lokale Sponsor in diesen Kategorien der Elektronikhersteller Haier ist“, erklärt Shibuya. In vielen Fällen wurden Markennamen auf Produkten abgedeckt, die nicht einmal mit Produkten der Sponsoren konkurrieren.

Da viele neugierig sind, was sich unter den zahllosen Klebestreifen befindet, müssen diese immer wieder erneuert werden. „Wir teilen Arbeitern die Aufgabe zu, die Klebebänder zu kontrollieren und gegebenenfalls zu ersetzen, um sicherzustellen, dass die Klebebänder jeden Tag intakt sind“, erklärt ein chinesischer Zuständiger aus dem Hauptmedienzentrum.

„Essenziell“ für das Bestehen der Spiele

Der Schutz der Sponsorenmarken ist laut IOC essenziell für das Bestehen der Olympische Spiele, die 40 Prozent ihrer Einkünfte durch die Zahlungen der offiziellen Sponsoren erwirtschaften. Die Spiele in Peking sind wahrscheinlich die lukrativsten, die jemals durchgeführt wurden, schätzt das Sportmarketing-Unternehmen Octagon. Sponsoren haben dazu rund eine Milliarde Euro in Form von Kapital, Waren und Dienstleistungen beigetragen. Das IOC achtet auch genau darauf, dass die Athleten in den Stadien mit ihrer Kleidung keine unerlaubte Werbung machen. Die Logos müssen autorisiert werden und den Regelungen zu Größe und Position entsprechen.

Archiv | pte

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