Online-Werbemarkt wächst langsamer

Statistik
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Der Online-Werbemarkt ist so erfolgsverwöhnt, dass schon eine Steigerungsrate von 25 Prozent als Dämpfer gilt. Im Medienvergleich ist eine Tendenz vom Fernsehen hin zu digitalen Plattformen zu beobachten.

Der Online-Werbemarkt in Deutschland wächst weiter zweistellig. Für 2008 werden Werbeausgaben in Höhe von 3,6 Millarden Euro erwartet – ein Zuwachs von immerhin über 25 Prozent gegenüber 2007. Im letzten Jahr war der Umsatz noch um 40 Prozent gestiegen, 2006 um 50 und 2005 sogar um 60 Prozent.

Der Marktanteil des Onlinebereichs im gesamten Medienmix erreicht in diesem Jahr bereits 13,5 Prozent (2005: 4,4%), teilte der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. am Mittwoch auf der Düsseldorfer Online-Marketingmesse OMF mit.

Video im Trend

Mit 1,8 Milliarden Euro entfällt der Großteil der Online-Werbung in Deutschland auf klassische Banner, der Rest verteilt sich auf Suchwort-Vermarktung (1,5 Mrd.) und Affiliate-Netzwerke (270 Mio. Euro). Am stärksten wächst die Sparte Werbevideos im Internet mit über 220 Prozent, so der OVK-Vorsitzende Paul Mudter. Nach dem Rekordjahr 2007 stimme den OVK auch 2008 „sehr positiv“. Mudter sieht in der Prognose ein klares Signal für die steigende Bedeutung des Internet: „Obwohl der Gesamtwerbemarkt stagniert, entwickelt sich die Online-Werbung weiter zweistellig. Und es ist davon auszugehen, dass dies so bleibt. Wir rechnen in absehbarer Zeit damit, dass das Internet 20 Prozent im Media-Mix und damit die Nummer drei hinter TV und Tageszeitung wird, noch vor den Publikumszeitschriften.“

Nachwuchs ist lieber online

Mudter beobachtet auch eine klare Tendenz vom Fernsehen hin zu digitalen Plattformen. Das führe zwangsläufig zu einer Umschichtung der Werbebudgets. „Dieser Trend liegt aber noch vor uns.“ Die Gründe dafür liegen nicht nur bei der technischen Entwicklung, sondern auch in den Nutzungsgewohnheiten. Während der Anteil der Internetnutzung am Medienkonsum insgesamt bei rund 15 Prozent liegt, verbringen 14- bis 19-jährige bereits über 36 Prozent ihrer Mediennutzung mit dem Internet. 50 Prozent der 14- bis 24-jährigen sagen überdies, sie könnten am wenigsten auf das Internet verzichten.

Höchste Pro-Kopf-Werbeausgaben in Großbritannien

Was die Werbeaufwendungen pro Online-Nutzer anlangt, so stehen Großbritannien und Norwegen an der Spitze. Dort werden 95 bzw. 93 Euro pro Jahr und Internet-Nutzer für Werbung ausgegeben. Deutschland liegt bei 65 Euro pro Nutzer, Österreich bei 27 Euro. Mudters Fazit: „Das Internet ist derzeit das mit Abstand am stärksten wachsende Medium. Wir sind sehr optimistisch für die Zukunft.“

Archiv | pte

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