„Material Design“

Googles neues Gesicht

Google führt mit „Material Design“ eine neue, produktübergreifende Designsprache ein. Alle Anwendungen des Technologiekonzerns unterliegen – ob am Schreibtisch, im Auto oder vor dem Fernseher – künftig den gleichen Gestaltungsvorschriften.

Mit einem System für alle Plattformen und Gerätegrößen ermöglicht Google eine umfassende und lückenlose Nutzererfahrung seiner Produktwelt, einschließlich des kommenden Mobil-Betriebssystems „Android L“, das der Technologieriese auf der Keynote der Google I/O in San Francisco vorgestellt hat. UX-Designer stellt dieser holistische Anspruch von Google vor die Herausforderung, alle Displays bei der Gestaltung zu berücksichtigen.

Schriften und Symbole

Dem „Flat-Design“ von iOS 7 ähnlich, setzt auch „Material Design“ stark auf Schriften und Symbole als bestimmende Designelemente. Zu diesem Zweck hat Google die Android-Hausschrift Roboto vereinfacht. Zudem sehen die neuen Gestaltungsvorschriften großflächige, einfarbige Elemente und scharfe Kontraste vor.

Bei Google+ sind die Prinzipien des „Material Design“ bereits umgesetzt. Dies zeigt sich beispielsweise an den farbig markierten Bedienelementen, etwa dem Kamera-Icon an Profilfotos, das zur Änderung der hinterlegten Datei einlädt. Auf ähnlich intuitive Weise lassen sich Einzelheiten über das ganze System und die verschiedenen Apps hinweg schnell und einfach editieren.

Farben und Animationen

Indem UX-Entwickler diese Designlinie für ihre eigenen Android-Apps aufgreifen, integrieren sie diese in die aufstrebende Google-Produktwelt und erleichtern den Nutzern deren Bedienung. Dabei spielen Farben und Animationen eine zentrale Rolle. Farben dienen der Verortung und Führung der Anwender, Animationen machen den Unterschied zum klassischen Flat-Design aus: Die UI-Elemente verfügen nicht nur über eine X- und Y-Koordinate auf dem Bildschirm, sondern auch über eine Z-Koordinate. Auf diese Weise entsteht ein dreidimensionaler Eindruck, dank dessen Elemente unabhängig voneinander überlagert und bewegt werden können. Den Grad der Animation unterlegt Google einem „grünen Faktor“: Je leerer der Akku wird, desto stärker sinkt der Detailgrad der Bewegungen.

„Alle Touchpoints mitdenken“

„Mit Material Design integriert Google die Welt seiner Dienste auch optisch“, sagt Lukas Czarnecki, Geschäftsführer des Düsseldorfer UX-Spezialisten appcom marketing. „Für uns Entwickler bedeutet dies, dass wir künftig alle Touchpoints zwischen Anbietern und Nutzern von Android-Diensten mitdenken und mitgestalten müssen. Unser Ziel besteht darin, Marken einen konsistenten Auftritt im ‚Googleversum‘ zu verschaffen.“

Richtlinien

Die vorläufigen Richtlinien für die App-Entwicklung hat Google bereits in einem eigenen Material-Design-Portal veröffentlicht. Außerdem gibt es dort auch eine kurze PDF-Zusammenfassung der zugrunde liegenden Prinzipien.

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