Designer-Gehälter: BDG legt Umfrageergebnisse vor

Der Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner hat die Ergebnisse einer Internet-Umfrage vorgelegt, auf deren Basis er eine „Stern“-Studie widerlegen will, nach der Designer Spitzenverdiener sind.

Der jüngst in „Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner“ umgetaufte BDG hat heute das Ergebnis einer Internetumfrage vorgelegt, nach der gut ein Viertel der Kommunikationsdesigner von jährlichen Nettoeinkünften zwischen null und 15.000 Euro leben soll. Die Umfrage des BDG ist eine Reaktion auf eine Gehaltstabelle, die der „Stern“ am 7. Januar 2010 veröffentlicht hatte. Danach verdienten Grafiker und Designer im Jahr 2008 monatlich 4.690 Euro brutto. Seit 1990 hätten sie damit eine inflationsbereinigte Gehaltssteigerung um 85 Prozent erzielt.

Nur 17% schaffen „Stern“-Marke

Rechnete man hingegen die Zahlen des BDG auf die rund 92.000 Kommunikationsdesigner auf dem Markt hoch, wäre davon auszugehen, dass rund 18.700 Designer (20,3 %) jährlich zwischen 5.000 und 15.000 Euro netto verdienen würden. Weitere 7.000 (7,6 % der Teilnehmer) kämen sogar auf weniger als 5.000 Euro jährlich. Hiernach würde zusammen gut ein Viertel (27,9 %) der Designer von weniger als 15.000 Euro im Jahr leben. Rechnete man das vom „Stern“ ermittelte Bruttoeinkommen auf ein vergleichbares Nettoeinkommen von 2.700 Euro um (Steuerklasse Ⅰ, keine Kirchensteuer), so kämen nur rund 17 Prozent auf diese Marke und darüber.

Ernüchternd aber wacklig

Dieses Ergebnis wäre sehr ernüchternd, offenbart jedoch auch ein Schwäche der Erhebung: der Teilnehmerkreis an der öffentlichen Umfrage war weder verbal noch technisch beschränkt worden. Vor dem Hintergrund der recht hohen Anzahl der Null- und Geringstverdiener sind daher Zweifel angebracht, ob die Angaben der teilnehmenden Internetnutzer wirklich als Basis für einen Gehaltsspiegel von Berufs-Gestaltern herhalten können.

Der eigene Anspruch des BDG, „mit aussagekräftigen Daten“ zu „belegen, wie sich die Arbeitswirklichkeit der Kommunikationsdesigner tatsächlich darstellt“, steht also auf wackligen Füßen. Allerdings ist auch die „Stern“-Studie wenig belastbar: ihre Schwäche ist die dünne Datenbasis von 25 Teilnehmern. „Wir bedauern es außerordentlich, dass es keine repräsentativen, also belastbare und aktuelle Untersuchungen gibt, die Auskunft erteilen über Verdienst und Lebensumstände von Designerinnen und Designern,“ gibt der BDG auch nach Vorlage der Umfrageergebnisse unumwunden zu.

Umfrage

An der Umfrage haben laut BDG 1.016 Internetnutzer teilgenommen. Die gesamte Umfrage kann als PDF (4 Seiten, 500 KB) beim BDG heruntergeladen werden.

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